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Liebevolle Betreuung einer bettlägrigen Patientin durch einen Pfleger

Pneumologie, Beatmungsmedizin/Schlaflabor

Beatmungsmedizin

Die Abteilung Beatmungsmedizin des Evangelischen Krankenhauses Göttingen-Weende am Standort Bovenden-Lenglern umfasst einen normalstationären Bereich und eine so genannte Weaningstation mit intensivstationärer Überwachung. Die Betreuung unserer Patienten erfolgt durch ein kompetentes Team aus Ärzten, Beatmungsfachkräften, Gesundheits- und Pflegekräften, Physiotherapeuten, einer Sozialarbeiterin, einer Pflegeüberleitungsschwester und einer Logopädin.

Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf der Behandlung von Patienten mit chronischer Atemmuskelerschöpfung. Erkrankungen, die eine solche Atemmuskelerschöpfung auslösen, können sein:

  • Nerven- oder Muskelerkrankungen (sog. neuromuskuläre Erkrankungen, z. B. Muskeldystrophie, spinale Muskelatrophie, Amyotrophe Lateralsklerose, Post-Polio-Syndrom, Zwerchfelllähmung)

  • starke Verkrümmung der Brustwirbelsäule bzw. Einschränkung der Brustkorbbeweglichkeit (sog. Thoraxwanderkrankung, z. B. Skoliose, Kyphose, alte Rippenfellverschwartungen)

  • schwere chronische Lungenerkrankungen (z. B. COPD, Lungenemphysem)

  • Einschränkung der Atmung durch massives Übergewicht (sog. Obesitashypoventilation bzw. Pickwick-Syndrom)

  • schwere Akuterkrankungen und komplikationsreiche Verläufe nach ausgedehnten chirurgischen Eingriffe

Nicht selten liegen mehrere Ursachen der Atemmuskelerschöpfung zugrunde, oder es besteht zusätzlich eine Schlaf-Atemstörung oder eine Herzschwäche. Gemeinsam ist allen Erkrankungen, dass nach Ausschöpfung aller medikamentösen und krankengymnastischen Maßnahmen eine zeitweise Entlastung der Atemmuskulatur unumgänglich ist.

Unser Ziel ist es, nach sorgfältiger Diagnosestellung, die Patienten auf eine Heimbeatmung mittels eines Beatmungsgerätes und einer Beatmungsmaske einzustellen. Diese soll den Patienten eine größtmögliche Selbstständigkeit und Unabhängigkeit erhalten und eine Verbesserung ihrer Lebensqualität ermöglichen. Die nächtliche Beatmung über 6 bis 8 Stunden ist bei den meisten Patienten ausreichend. Sie kann jedoch, je nach Krankheitsstadium, auch auf den Tageszeitraum ausgedehnt werden. Ziel ist die zeitweise Entlastung der Atemmuskulatur, welche in einer Erholung mit nachweisbarer Verbesserung der Belastbarkeit resultiert. Die Beatmung kann über eine Nasenmaske oder, bei unzureichendem Mundschluss bzw. Nasen-Problemen, über eine Mund-Nasen-Maske erfolgen. Unsere Therapie richtet sich grundsätzlich nach den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) und den Empfehlungen der Deutsche Interdisziplinäre Gesellschaft für Außerklinische Beatmung (DIGAB).

Heute verfügbare Beatmungsgeräte sind klein und handlich, sie können daher sogar auf Reisen mitgenommen werden. Ihre Bedienung ist einfach und kann, ebenso wie die Handhabung und Pflege der Beatmungsmaske, rasch vom Patienten und seinen Angehörigen erlernt werden. Auch die Beatmungsgeräusche wirken nach kurzer Zeit meist nicht mehr störend. Nach Einleitung der Therapie wird der Patient zunächst für einen Zeitraum von 6 bis 8 Wochen in die hausärztliche Betreuung entlassen. Da der Patient die Therapie in diesem Zeitraum noch üben muss und sich sein Körper an die Beatmung anpasst, hat sich eine erste stationäre Kontrolle zu diesem Zeitpunkt bewährt. Weitere Therapiekontrollen erfolgen in regelmäßigen Abständen von einem halben bis einem Jahr, wobei die stationäre Kontrolle erforderlich ist, um die Therapiegüte im Schlaf zu überprüfen. Die Optimierung der medikamentösen Therapie bzw. die Behandlung von Akutverschlechterungen gehört ebenfalls zu unserem Aufgabenbereich.

Die Sicherstellung der häuslichen Versorgung erfolgt in Kooperation mit namhaften Dienstleistungsunternehmen der Heimbeatmung, die die Erstaufstellung zu Hause überprüfen, eine Einweisung vornehmen (bei Bedarf auch Einweisung der Angehörigen) und über eine Notfallnummer bei Geräteproblemen erreichbar sind.