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Presseinformationen

11.03.2020

Grundsteinlegung für 5-stöckigen Neubau am EKW

2022 zieht der Krankenhaus-Standort Lenglern nach Weende. Neues Gebäude hat eine Grundfläche von 2400 Quadratmeter. Zeitkapsel wurde symbolisch eingemauert.

Grundsteinlegung für das neue Haus 3 des Ev. Krankenhauses Göttingen-Weende (v.l.): Herbert Schmidt (Leiter Technische Betriebsabteilung EKW), Claudia Baumgartner (neue Baudezernentin der Stadt Göttingen), Rolf-Georg Köhler (Oberbürgermeister), Frank Czeczelski (Kaufm. Geschäftsführer EKW), Prof. Dr. Michael Karaus (Med. Geschäftsführer EKW) und Dr. Stephan Bartels (Vorsitzender des Trägervereins des Weender Krankenhauses).

Nachdem im Sommer 2019 das alte Haus 3 auf dem Gelände des Evangelischen Krankenhauses Göttingen-Weende (EKW) abgerissen wurde und im Herbst vorbereitende Maßnahmen für den Neubau begonnen haben, wurde heute feierlich der symbolische Grundstein für den Neubau von Haus 3 gelegt.

Bis 2022 entsteht auf dem Krankenhaus-Areal „An der Lutter“ ein moderner und zeitgemäßer 5-stöckiger Neubau, in den die Abteilung Pneumologie, Beatmungsmedizin und Schlaflabor vom Krankenhaus-Standort Lenglern einziehen wird.

„Seit 15 Jahren ist eine Einhäusigkeit mit Lenglern im Gespräch, nun setzen wir diese endlich um“, freut sich Frank Czeczelski, Kaufmännischer Geschäftsführer des Ev. Krankenhauses Göttingen-Weende. 26,6 Millionen Euro Fördergelder sind durch das Niedersächsische Sozialministerium genehmigt, weitere Mittel sind beantragt. „Trotz aller großzügigen Hilfe vom Land Niedersachsen wird aber ein nicht unbeträchtlicher Teil der Baukosten bei uns bleiben, weil das Land die Mittel gekürzt hat. Und diese Mittel müssen nun erst einmal erwirtschaftet werden – wir haben keinen Konzern im Hintergrund, der dieses Geld finanziert“, so Czeczelski. „Jeder Euro für die Baumaßnahme kann nicht in dringend benötigte Medizintechnik investiert werden. Dennoch sind wir dem Niedersächsischen Landesamt für Bau und Liegenschaften (NLBL) für die immer hilfreiche Unterstützung bei der Umsetzung des Bauvorhabens dankbar.“

Vor geraumer Zeit wurde der Bauantrag für das neue Haus 3 genehmigt, aktuell läuft die Rohbauphase. Die Sohle ist 2400 Quadratmeter groß und an der dicksten Stelle 1,20 Meter stark. 2500 Kubikmeter Beton und 270 Tonnen Stahl werden dafür benötigt. Alleine dafür werden rund 300 Betonmischer-Ladungen benötigt.

Nach Fertigstellung im Jahr 2022 ziehen rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und zwei Pflegestationen mit rund 100 Betten mit dem Schwerpunkt der Behandlung von lungenkranken Patienten in den Neubau. Die neuen Stationen beinhalten ausschließlich Ein- und Zweibettzimmer, was für die Patienten mehr Privatsphäre und Ruhe zur Genesung bedeutet. Alle Patientenbadezimmer werden mit einer Fußbodenheizung ausgestattet.

In der ersten Etage entsteht eine große gemeinsame Funktionsdiagnostik und Endoskopie der Abteilungen Innere Medizin, Kardiologie und Pneumologie, so dass erstmals alle internistischen Patienten von einem gemeinsamen Team aus Spezialisten untersucht werden können. „Wir sprechen hier von rund 54.000 Untersuchungen jährlich“, sagt Geschäftsführer Frank Czeczelski. „Damit haben wir eine der größten Funktionsdiagnostiken in Südniedersachsen und strahlen als Schwerpunktversorger über die Region Göttingen hinaus.“

Am Standort Lenglern wird es auch nach 2022 mit dem Medizinischen Versorgungszentrum des Gesundheitsparks Südniedersachsen, eine hundertprozentige Tochter des Ev. Krankenhauses, weiterhin eine ambulante Versorgung geben.

Ein Vorteil der Verlegung der Abteilung Pneumologie nach Weende ist auch die schnelle Verfügbarkeit von Fachärzten unterschiedlicher Fachdisziplinen und somit der Wegfall der Krankentransportfahrten zwischen Lenglern und Weende.

Ein Hobby namens Bauen

An der Feierstunde nahm neben Krankenhausmitarbeitern, Vertretern des Niedersächsischen Landesamtes für Bau und Liegenschaften und des Ortsrates Weende auch Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler teil. „Neben der hohen Fachkompetenz gibt es im Weender Krankenhaus ein Hobby, und das heißt Bauen“, sagte Köhler scherzhaft. Wichtig sei es, dass Krankenhäuser nicht nur Personalgewinnung betreiben, sondern auch Personalsicherung. „Mit der heutigen Grundsteinlegung geben Sie den Startschuss, um dieses Ziel zu erreichen.“

Köhler weiter: „Die Göttinger Bürger können sich auf eine exzellente Gesundheitsversorgung im Weender Krankenhaus verlassen. Zugleich hat das Evangelische Krankenhaus auch als Arbeitgeber eine wichtige Funktion, und als Lehrkrankenhaus bildet es den Nachwuchs aus.“ Der Gesundheitssektor sei einer der Jobmotoren der Stadt und der Region. Vor diesem Hintergrund freut es Köhler umso mehr, dass sich mit dem Neubau auch die Attraktivität der städtischen Infrastruktur verbessert.

Zeitkapsel für den Grundstein

In den Grundstein wurde eine Zeitkapsel eingelassen, die zuvor mit einer aktuellen Tageszeitung, der Mitarbeiterzeitschrift „Lutterbrief“, Bauplänen und einem Einmal-Endoskop befüllt wurde. Am Ende der Feier sprach Bauleiter Marcel Georgi von der Firma HTI (Hoch-, Tief- und Industriebau) Greußen den traditionellen Segensspruch, und die Teilnehmer gaben mit einem Hammer drei symbolische Schläge auf den Grundstein.

Auf dem jetzigen Baufeld stand bis zum Sommer 2019 das alte Haus 3, das 1937 gebaut wurde und zunächst als Kasernengebäude  genutzt wurde. Später waren hier unter anderem das Hospiz an der Lutter und die Krankenpflegeschule beheimatet. Beide sind an den Krankenhaus-Standort Neu-Mariahilf im Waldweg gezogen.

Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler bei seiner Rede. Im Hintergrund steht Herbert Schmidt, Leiter der Technischen Betriebsabteilung des EKW.
Prof. Dr. Michael Karaus legt ein Einmal-Endoskop in die Zeitkapsel, die Frank Czeczelski hält.
Holger Geisler, stellv. Leiter der Technischen Betriebsabteilung, trägt den Grundstein mit der eingravierten Jahreszahl auf das Baufeld.
Blick auf das Baufeld vom neuen Haus 3. Die Grundfläche beträgt 2400 Quadratmeter.