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Presseinformationen

09.10.2016

Alterssimulation, Experten-Vorträge, Rollator- und Rollstuhltraining am Stadtbus

Rund 600 Besucher kamen am Sonntag zum Tag der offenen Tür anlässlich des 15. Geburtstages des Geriatrischen Zentrums im Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende (EKW).

Mit einem Alterssimulationsanzug konnten sich die Besucher alt fühlen.

Eröffnet wurde der Tag mit einem Gottesdienst in der Krankenhaus- Kapelle, in dem Klinikseelsorger Pastor Matthias Opitz auf das Thema Trost einging und dass man diesen auch in der Geriatrie findet. Die Geriatrie wird auch Altersheilkunde genannt und ist die Lehre von den Krankheiten des alternden Menschen.

Gut besucht waren die Vorträge von Medizin-Experten. Nachdem Dr. Hans-Georg Strüber (Leitender Oberarzt) über 15 Jahre Geriatrie im EKW berichtet hatte, ging es mit Vorträgen über Schwindel (Leitende Oberärztin Priv.-Doz. Dr. Marija Djukic), die Parkinson-Erkrankung (Dr. Tobias Frank) und die neuen Pflegegrade (Gaby Quintscher vom Landkreis Göttingen) weiter. Sylvia Holtz-Wörmcke (Leitung Sozialdienst und Pflege-Überleitung) referierte über das Thema "Krankenhaus – und dann?"

Bei einem Rollator- und Rollstuhltraining konnten die Besucher das Ein- und Aussteigen in einen Stadtbus der Göttinger Verkehrsbetriebe üben. Unterstützung gab es von Busfahrer Peter Wolter und den Mitarbeitern der Ergotherapie des Weender Krankenhauses. Ausprobiert hat dies auch Anett Opitz aus Friedland, die mit den Folgen eines Schlaganfalls kämpft: "Das ist unheimlich hilfreich, vor allem für die Zeit, wo ich noch auf einen Rollator angewiesen bin." Was sie vorher nicht wusste: Man muss vorwärts einsteigen, aber rückwärts aussteigen.

Bei Führungen durch das Geriatrische Zentrum zeigten Mitarbeiter des Krankenhauses die Physio- und Ergotherapie mit dem Bewegungsbad, den großen Therapiegarten und eine Station. Sogar ein Blick in ein Krankenzimmer war möglich.

Weiterhin erwartete die Besucher Blutzucker- und Blutdruckmessungen, Tests zur Sturzgefahr mit einem Alterssimulations-Anzug, Informationen zu Schluck- und Sprachstörungen, zur richtigen Händehygiene und zum Ehrenamt im EKW, ein Ernährungsquiz und Entspannungsübungen.

Thekla Kühne (64) probierte den Alterssimulationsanzug aus, mit dem man sich 15 Jahre älter fühlt. "Wenn ich mich mit 79 Jahren wirklich so fühle, ist das unheimlich mühsam und schwer zu ertragen", sagt die Göttingerin. Das höhere Alter wird erreicht durch Kopfhörer, eine spezielle Brille, zusätzliche Gewichte in Form einer Weste und an den Gelenken.

Gudrun Hertwig, ebenfalls aus Göttingen, findet es "wunderbar", dass der Tag der offenen Tür angeboten wurde. "Ich habe ein halbes Jahr im Weender Krankenhaus gelegen. Ich habe es den Ärzten zu verdanken, dass ich noch lebe, weil sie so schnell gehandelt haben." Kurzum: Sie sei sehr zufrieden und könne das EKW nur weiterempfehlen.

Bei aller Information kam aber auch die Unterhaltung nicht zu kurz. Dafür sorgte ein Auftritt der "Swinging Amatörs" zusammen mit dem Chefarzt der  Abteilung Geriatrie, Prof. Dr. Roland Nau, der das Saxophon spielte.

Das Fazit des Chefarztes am Ende des Tages: "Ich freue mich, dass ich viele bekannte und neue Gesichter gesehen habe. Unser Tag der offenen Tür war gut besucht, die Resonanz durchweg positiv. Die Fachvorträge haben großes Interesse gefunden, ebenso die unterschiedlichen Aktionen. Ich hoffe, dass die Geriatrie in Weende weiter blühen wird und wir etwas für ältere Menschen tun können."

Rollator- und Rollstuhltraining in und am Stadtbus
Blutzuckermessung
Geriatrie-Chefarzt Prof. Dr. Roland Nau (links) mit den Swinging Amatörs
Informationen zu Schluckstörungen und Beratung zum Kostaufbau: EKW-Logopäde Stephan Sänger