A–

A

A+

Presseinformationen

28.06.2017

Neue Abteilung für Patienten mit chronischen Schmerzen

Vergrößerung der Abteilung im Juli auf 16 Betten. Team aus Ärzten, Psycho- und Physiotherapeuten sowie Pflegekräften setzt ganzheitliches Therapiekonzept ein.

Dr. Kristin Kotzerke ist Chefärztin der neuen Abteilung Spezielle Schmerztherapie am Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende.

Seit März 2017 gibt es im Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende die neue Abteilung Spezielle Schmerztherapie, die ab Juli 2017 von anfangs acht auf jetzt 16 Betten vergrößert wird. Chefärztin ist Dr. Kristin Kotzerke, die zuvor 18 Jahre in der Abteilung für Spezielle Schmerztherapie eines Krankenhauses der Region Hannover tätig war, zuletzt als leitende Oberärztin. Das Team besteht aus Ärzten, Psychotherapeuten, Physiotherapeuten und Pflegekräften, die ein ganzheitliches Therapiekonzept zur Schmerzbehandlung und Schmerzbewältigung einsetzen. Dabei liegt der Fokus auf den spezifischen Problemen, die im Umgang mit Schmerzen und Schmerzmedikationen auftreten können. Ziele der Behandlung sind die Schmerzlinderung, die positive Beeinflussung von Begleiterkrankungen, das Erlernen von Entspannungs- und Stressbewältigungsstrategien sowie die Stärkung von eigenen Ressourcen im Umgang mit dem Schmerz. Zudem sollen die Patienten motiviert und angeleitet werden, die Schmerzen auf körperlicher und seelischer Ebene eigenständig zu bewältigen.  In der neuen Abteilung werden alle chronischen Schmerzsyndrome und damit verbundene Erkrankungen behandelt. Dazu gehören beispielsweise chronische Wirbelsäulenerkrankungen, chronische Kopf- und Gesichtsschmerzen, Migräne, das sekundäre Fibromyalgie-Syndrom oder Morbus Sudeck. Aber auch die schmerztherapeutische Begleitung von Tumorerkrankungen, chronische neuropathische Schmerzen sowie Phantomschmerzen und die Durchführung von Opioid-Entzügen zählen zum Spektrum.  Das stationäre multimodale Behandlungskonzept der neuen Abteilung im Weender Krankenhaus umfasst die Erhebung einer ausführlichen Schmerzanamnese, eine umfassende körperliche Untersuchung und Erarbeitung eines individuellen Therapieplans sowie die Physio- und Ergotherapie und die Psychotherapie. Entspannungsverfahren, die medikamentöse Einstellungen der Schmerzsymptomatik, ausführliche sozialmedizinische Beratungen und die Möglichkeit einer seelsorgerischen Unterstützung ergänzen das Konzept.  In Deutschland leiden nach aktuellen Zahlen etwa 3,25 Millionen Menschen an chronischen Schmerzen. Von chronischen Schmerzen spricht man, je nach Definition, ab einer Dauer von drei bis sechs Monaten. Darunter versteht man anhaltende oder immer wiederkehrende Schmerzen, die im Gegensatz zu dem akuten Schmerz ihre natürliche Warn- und Schutzfunktion verloren haben und einer ursächlichen Behandlung nicht mehr zugänglich sind. So wird der Schmerz zu einer eigenständigen Erkrankung und kann sich oft auch auf zunächst nicht betroffene Körperregionen ausrichten. Durch die Schmerzen entsteht eine jahrelange psychosoziale Leidensgeschichte. Neben körperlichen Einschränkungen und einer Abnahme der Belastbarkeit kommt es auch zu einer Einflussnahme auf das seelische Befinden, womit der Schmerz auch Auswirkung auf die familiäre, soziale und berufliche Situation des Patienten hat.

Link zur Abteilung