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Presseinformationen

06.04.2018

Ev. Krankenhaus Göttingen-Weende etabliert neue Abteilung Kardiologie und Internistische Intensivmedizin

Chefarzt ist Dr. Stephan Schmidt-Schweda. Diagnose und Behandlung des gesamten Spektrum der Herzerkrankungen. Herzkatheterlabor auch für akute Notfälle einsatzbereit.

Dr. Stephan Schmidt-Schweda ist Chefarzt der neu etablierten Abteilung Kardiologie und internistische Intensivmedizin im Ev. Krankenhaus Göttingen-Weende.

Zu den Behandlungsschwerpunkten zählen unter anderem die koronare Herzerkrankung, der Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelschwäche und Herzklappenerkrankungen.

"Wir freuen uns über die neue Abteilung und mit Herrn Dr. Schmidt-Schweda über einen Chefarzt, der mit seiner Kompetenz, Erfahrung und persönlich-menschlichen Integrität optimal in die Weender Familie passt, um diese Mammutaufgabe zu schultern", erklären Prof. Dr. Michael Karaus, Medizinischer Geschäftsführer, und Frank Czeczelski, Kaufmännischer Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses Göttingen-Weende.

Der neue Chefarzt ist gebürtiger Rendsburger und in Süddeutschland aufgewachsen. Er ist 51 Jahre alt, verheiratet und hat drei Kinder. Sein Medizinstudium absolvierte Schmidt-Schweda an der Universität Freiburg. Er ist Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie und hat die Zusatzweiterbildungen "Spezielle Internistische Intensivmedizin" und "Notfallmedizin".

Dr. Stephan Schmidt-Schweda hat zuvor neun Jahre erfolgreich die Kardiologie im Eichsfeld Klinikum in Worbis aufgebaut und geleitet. Nach fünf Jahren In der Abteilung Kardiologie der Universität Freiburg war er zehn Jahre am Herzzentrum in der Universitätsmedizin Göttingen tätig, zuletzt leitete er als Oberarzt die internistische Intensivmedizin. Schmidt-Schweda ist mittlerweile in der Region verwurzelt und kennt viele der niedergelassenen Ärzte.

"Im Weender Krankenhaus gibt es 285 internistische Akutbetten. Doch von den internistischen Patienten sind nur 17 Prozent primär kardiologisch, während es im Durchschnitt in Deutschland 40 Prozent sind. Hier gibt es also eine Unterversorgung, obwohl wir in Weende seit fünf Jahren ein Herzkatheterlabor betreiben", beschreibt Prof. Dr. Michael Karaus die Notwendigkeit der neuen Abteilung.

Herzkatheterlabor auch für akute Notfälle einsatzbereit

Die koronare Herzerkrankung stellt den Befall der Herzkranzarterien mit der Arteriosklerose dar. Beim Herzinfarkt mit einem plötzlichen Verschluss eines Herzkranzgefäßes zählt jede Minute. Daher ist das moderne Herzkatheterlabor im Weender Krankenhaus auch für akute Notfälle einsatzbereit. Der Notarzt kann über eine Notfall-Rufnummer noch während der Erstversorgung den Patienten anmelden und erste Parameter durchgeben. Die Patienten werden auf der interdisziplinären Intensivstation weiterbetreut.

Im Herzkatheterlabor findet auch die Diagnostik mittels Koronarangiographie und Therapie – meist durch Stentimplantation – von Patienten mit chronischer Erkrankung der Herzkranzarterien statt. Dazu stehen moderne Methoden wie die sogenannte Druckdrahtmessung zur Verfügung. Unnötige Stent-Implantationen werden so vermieden. Gegebenenfalls kann eine geplante Herzkatheteruntersuchung auch ambulant durchgeführt werden

Herzrhythmusstörungen empfinden die meisten Patienten als störend und teilweise bedrohlich. Die größte Gefahr geht jedoch oft von Herzrhythmusstörungen aus, die gar nicht bemerkt werden, erst noch drohen oder gar nicht von der Rhythmusstörung selbst, sondern von der zugrundeliegenden Herzerkrankung kommen. Daher erfolgt neben dem Nachweis der Herzrhythmusstörung selbst auch eine sorgfältige Untersuchung des Herzens. Einem Teil der Patienten wird ein elektrisches System implantiert. Mittlerweile steht neben den eigentlichen Herzschrittmachern ein breites Spektrum an Systemen für unterschiedliche Herzerkrankungen zur Verfügung wie implantierbare Defibrillatoren zur Therapie von Kammerflimmern, Freikammerherzschrittmacher oder Systeme zur kardialen Kontraktilitätsmodulation für Patienten mit Herzmuskelschwäche. Auch implantierbare Ereignisrekorder, die den Herzrhythmus kontinuierlich über Monate bis Jahre aufzeichnen können, werden im Ev. Krankenhaus Göttingen-Weende eingesetzt. In der neuen Abteilung besteht in diesem Bereich eine besondere Erfahrung.

Das Hauptsymptom der Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) ist die Luftnot – eine gefährliche Erkrankung, deren Sterblichkeit höher ist als die vieler Krebserkrankungen. Daher werden diese Patienten intensiv betreut: Sie erhalten im Weender Krankenhaus eine sorgfältige Diagnostik zum Nachweis von behandelbaren Ursachen, eine individualisierte medikamentöse Therapie, Implantation verschiedener elektrischer Systeme und eine intensivmedizinische Therapie bei akuten Verschlechterungen.

Defekte Herzklappen belasten das Herz. Dadurch kann im Laufe der Zeit eine Herzmuskelschwäche entstehen, die dann möglicherweise irreversibel ist. Daher sind eine rechtzeitige Diagnose und individuelle Planung der Therapie notwendig. Angesichts der neuen kathetergestützten Techniken zur Korrektur von Klappenerkrankungen können im Weender Krankenhaus nun auch Patienten mit höherem Operationsrisiko, z.B. ältere Menschen, einer Therapie zugeführt werden. Dabei erfolgt die Diagnose der Klappenerkrankungen vorwiegend mit der Echokardiographie. Dazu stehen in der neuen Abteilung zwei High End-Geräte mit 3-D Darstellung zur Verfügung.

Das moderne Herzkatheterlabor im Ev. Krankenhaus Göttingen-Weende ist auch für akute Notfälle einsatzbereit.