A–

A

A+

Presseinformationen

01.06.2020

Aktionstag gegen den Schmerz

Telefonsprechstunde am Dienstag, 2. Juni 2020

Dr. Kristin Kotzerke, Chefärztin der Abteilung Spezielle Schmerztherapie am EKW

Die Abteilung für Spezielle Schmerztherapie des Evangelischen Krankenhauses Göttingen-Weende (EKW) beteiligt sich am Dienstag, 2. Juni 2020, am neunten bundesweiten „Aktionstag gegen den Schmerz“. Denn auch in der Pandemie-Zeit ist es wichtig, das Thema Schmerz, das so viele Menschen in Deutschland betrifft, auf die Agenda zu setzen und Patientinnen und Patienten zu informieren und zu beraten.

Die Deutsche Schmerzgesellschaft und ihre Partnerorganisationen weisen auf die lückenhafte Versorgung von vielen Millionen Menschen hin, die an chronischen Schmerzen leiden. Die besonderen Umstände der Corona-Krise haben die Versorgung zusätzlich verschlechtert. Daher gibt es am Dienstag, 2. Juni, von 9 bis 17 Uhr eine Telefonsprechstunde der Abteilung für Spezielle Schmerztherapie des Ev. Krankenhauses Göttingen-Weende. Dort beantwortet Dr. Kristin Kotzerke, Chefärztin der Abteilung, Fragen zum Thema Schmerz. Parallel gibt es von 9 bis 18 Uhr eine bundesweite Telefon-Hotline, unter der mehrere Dutzend Experten Patientenfragen rund um das Thema Schmerz beantworten.

- Ev. Krankenhauses Göttingen Weende: Telefonische Beratungsaktion für Schmerzpatienten am Dienstag, 2. Juni 2020 von 9 bis 17 Uhr unter 0551 5034-1477

- Bundesweite Telefon-Hotline am 2. Juni 2020 von 9 bis 18 Uhr unter 0800 18 18 120



Etwa 23 Millionen Deutsche (28 Prozent) berichten über chronische Schmerzen. Bei fast allen sind diese nicht durch Tumorerkrankungen hervorgerufen. Bei sechs Millionen von ihnen sind die chronischen Schmerzen so deutlich ausgeprägt, dass sie sich im Alltag und im Berufsleben beeinträchtigt fühlen. Die Zahl derer, die unter chronischen Schmerzen und unter damit assoziierten psychischen Beeinträchtigungen leiden, liegt in Deutschland bei 2,2 Millionen.

Die Versorgung von Schmerzpatienten ist jedoch lückenhaft und hat sich in den zurückliegenden „Pandemie-Wochen“ sogar verschlechtert. Ziel des neunten  bundesweiten „Aktionstages gegen den Schmerz“ ist es, über Information, Beratung und Aufklärung einen „Schutzschirm für Schmerzpatienten“ zu bieten.

„Die Zeiten, in denen Schmerzen ausschließlich mit Pillen behandelt wurden, sind lange vorbei. Wirksam ist ein Therapiekonzept, das zusammen mit dem Patienten alle Möglichkeiten der Behandlung auslotet“, sagt Dr. Kristin Kotzerke, Chefärztin der Abteilung für Spezielle Schmerztherapie im EKW. „Wir möchten Patienten darüber informieren, was heutzutage therapeutisch möglich ist. Mit unserer Beteiligung am Aktionstag können wir mit Patienten und ihren Angehörigen ins Gespräch kommen und sie beraten“, so die Weender Chefärztin.

In ihrem Anliegen wird sie unterstützt von der Deutschen Schmerzgesellschaft, der mit über 3500 Mitgliedern größten wissenschaftlichen Schmerzgesellschaft Europas. „Wir brauchen einen Schutzschirm für Schmerzpatienten, erst recht während der Corona-Pandemie. Schmerzbehandlung ist ein Patientenrecht – und viele wissen gar nicht, welche Therapie-Optionen für sie infrage kommen und wo es Hilfe gibt“, sagt Thomas Isenberg, Geschäftsführer der Deutschen Schmerzgesellschaft. „Wir verfügen mittlerweile über viele verschiedene und gut evaluierte Methoden der Schmerzbehandlung, die bekannter gemacht werden müssen, beispielsweise die multimodale Schmerztherapie“, so Isenberg.

Multimodale Schmerztherapie im EKW

Auch am Weender Krankenhaus wird die multimodale Schmerztherapie angewendet. Dabei werden Therapien aus verschiedenen Fachbereichen miteinander verbunden: Eine medikamentöse Behandlung, Physiotherapie, Psychotherapie, Entspannungsübungen oder Ergotherapie können zum Einsatz kommen. „Der Aktionstag gegen den Schmerz dient auch dazu, Einblicke in die verschiedenen Therapieansätze zu geben. Dabei stehen das Arzt-Patient-Gespräch und die individuelle Abstimmung natürlich im Zentrum“, sagt Chefärztin Kotzerke.