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Behandlungsspektrum

In der Abteilung Kardiologie und Internistische Intensivmedizin wird grundsätzlich das gesamte Spektrum der Herzerkrankungen diagnostiziert und behandelt. Im Bedarfsfall arbeiten wir eng mit dem Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen zusammen.

 

Behandlungsschwerpunkte

Koronare Herzerkrankung/Herzinfarkt

Die koronare Herzerkrankung stellt den Befall der Herzkranzarterien mit der Arteriosklerose dar. Dies kann sich ganz plötzlich ereignen – durch einen Herzinfarkt – oder langsam entstehen.

Beim Herzinfarkt mit einem plötzlichen Verschluss eines Herzkranzgefäßes zählt jede Minute. Daher ist unser modernes Herzkatheterlabor an 365 Tagen rund um die Uhr einsatzbereit und über eine Notfallnummer erreichbar. So können wir im Falle eines Herzinfarktes den Eingriff vorbereiten, noch während der Notarzt die Erstversorgung durchführt und uns über den Patienten informiert. Eine Stärke der Abteilung ist es auch, dass diese Patienten auf unserer Intensivstation weiterbetreut werden können.

Im Herzkatheterlabor findet aber auch die Diagnostik (Koronarangiographie) und Therapie (meist Stentimplantation) von Patienten mit chronischer Erkrankung der Herzkranzarterien statt. Dazu stehen uns auch moderne Methoden wie die Druckdrahtmessung (FFR) zur Verfügung. Damit kann die Notwendigkeit der Behandlung individuell geplant werden. Unnötige Stent-Implantationen werden vermieden.

Gegebenenfalls kann eine geplante Herzkatheteruntersuchung auch ambulant durchgeführt werden

  

Herzkatheterlabor

Herzrhythmusstörungen

Für die meisten Patienten mit Herzrhythmusstörungen sind diese sehr störend und werden teilweise als bedrohlich empfunden. Die größte Gefahr geht jedoch oft von Herzrhythmusstörungen aus, die gar nicht bemerkt werden, erst noch drohen oder gar nicht von der Rhythmusstörung selbst, sondern von der zugrundeliegenden Herzerkrankung kommen.

Daher muss neben dem Nachweis der Herzrhythmusstörung selbst auch eine sorgfältige Untersuchung des Herzens erfolgen. Ein Teil der Patienten benötigt dann die Implantation eines elektrischen Systems:

Seit 1958 der erste Herzschrittmacher implantiert wurde, hat die Therapie mit elektrischen Stimulationssystemen eine erhebliche Entwicklung durchgemacht. Die Herzschrittmacher sind kleiner, halten oft länger als 8 Jahre, und die Implantation ist ein kleiner Eingriff. Mittlerweile steht neben den eigentlichen Herzschrittmachern ein breites Spektrum an Systemen für unterschiedliche Herzerkrankungen zur Verfügung:

  • Implantierbare Defibrillatoren (ICD) zur Therapie von Kammerflimmern
  • Freikammerherzschrittmacher (CRT)
  • Systeme zur kardialen Kontraktilitätsmodulation (CCM) für Patienten mit Herzmuskelschwäche.
  • implantierbare Ereignisrekorder, die den Herzrhythmus kontinuierlich über Monate bis Jahre aufzeichnen können.

In der Abteilung besteht in diesem Bereich eine besondere Erfahrung, auch mit modernen Systemen wie subcutan (unter die Haut) implantierbaren Defibrillatoren (S-ICD) oder CCM-Systemen.

Intensivmedizin

Auf der interdisziplinären Intensivstation des Ev. Krankenhauses Göttingen-Weende übernehmen wir die intensivmedizinische Betreuung der internistischen Patienten in enger Kooperation mit der Abteilung Klinische Anästhesiologie und operative Intensivmedizin. Davon profitieren insbesondere auch Patienten mit kompliziertem Herzinfarkt oder nach Herz-Kreislauf-Stillstand.

Patienten, die noch so stabil sind, dass sie noch kein Verfahren zum Ersatz einer Organfunktion wie beispielsweise die Beatmung benötigen, aber einen hohen Überwachungs- und Betreuungsaufwand haben, werden auf der IMC-Station behandelt. IMC heißt "Intermediate Care" und ist das Bindeglied zwischen Intensivstation und Normalstation. Hier werden in zehn 2-Bett- und einem Einzelzimmer Patienten betreut.

Blick auf die Intensivstation

  

Intensivstation

 

 IMC-Station

 

Herzmuskelschwäche

Das Hauptsymptom der Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) ist die Luftnot. Hinter diesen unspezifischen Beschwerden verbirgt sich im Falle einer Herzinsuffizienz eine gefährliche Erkrankung, deren Sterblichkeit durchaus höher ist als die vieler Krebserkrankungen. Daher ist bei diesen Patienten eine intensive Betreuung notwendig:

  • eine sorgfältige Diagnostik zum Nachweis von behandelbaren Ursachen
  • eine individualisierte medikamentöse Therapie
  • Implantation verschiedener elektrischer Systeme (ICD, CRT, CCM)
  • intensivmedizinische Therapie bei akuten Verschlechterungen

All diese Maßnahmen werden in unserer Abteilung routinemäßig durchgeführt.

 

Herzklappenerkrankungen

Defekte Herzklappen belasten das Herz. Dadurch kann im Laufe der Zeit eine Herzmuskelschwäche entstehen, die dann möglicherweise irreversibel ist. Daher sind eine rechtzeitige Diagnose und individuelle Planung der Therapie notwendig. Angesichts der neuen kathetergestützten Techniken zur Korrektur von Klappenerkrankungen können mittlerweile auch Patienten mit höherem Operationsrisiko, z.B. ältere Menschen, einer Therapie zugeführt werden.

Nur noch in seltenen Fällen wird die Klappenerkrankung selbst mit Hilfe des Herzkatheters gestellt. Die Diagnose der Klappenerkrankungen erfolgt vorwiegend mit der Echokardiographie, meist muss auch ein "Schluckecho" (Transösophageales Echo) durchgeführt werden. Dazu stehen uns zwei High End- Echokardiographiegeräte mit 3-D Darstellung zur Verfügung.