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Alterstraumazentrum (ATZ)

Das AltersTraumaZentrum (ATZ) am Ev. Krankenhaus Göttingen-Weende gibt es bereits seit 2019, mehrere tausend Patientinnen und Patienten haben die Leistungen in Anspruch genommen.

Der Anteil alter Menschen in der Bevölkerung hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Daher werden immer mehr Spezialisten für Altersmedizin benötigt. Mit unserer Abteilung Unfallchirurgie und Orthopädie sowie der Abteilung Geriatrie und der Geriatrischen Rehabilitation verfügt das Ev. Krankenhaus Göttingen-Weende (EKW) über die optimale Infrastruktur zur Versorgung älterer Menschen mit Knochenbrüchen und anderen Unfallfolgen.

Mit zunehmendem Lebensalter sinkt die Stabilität der Knochen, bei vielen älteren Menschen nimmt auch die Beweglichkeit ab. Dadurch kommt es besonders im höheren Lebensalter und bei hochbetagten Menschen häufiger zu Knochenbrüchen, vor allem des Oberschenkelhalsknochens, der Arme, der Wirbelsäule und des Beckens. Darüber hinaus leiden ältere Patienten nicht selten unter verschiedensten Begleiterkrankungen wie Diabetes, Osteoporose, Bluthochdruck oder anderen Herz-Kreislauf- und neurologischen Erkrankungen, die eine Sturzneigung begünstigen.

Eine unfallchirurgische Operation bedeutet für alle Patienten eine schwere körperliche Belastung. Gerade bei älteren Menschen mit ihrer oftmals reduzierten Knochensubstanz kann ein solcher Eingriff zu einer Verschlechterung des ohnehin schon eingeschränkten Allgemeinzustandes führen. Daraus kann eine dauerhafte Pflegebedürftigkeit resultieren. Um dies zu verhindern, gilt es, die Patienten mit all ihren Zusatzerkrankungen in einem Gesamtkonzept zu diagnostizieren und zu behandeln.

Team

Die hohe Behandlungsqualität basiert vor allem auf einem sehr fachkompetenten, engagierten und multiprofessionellen Team, das über die eigenen Fachgrenzen hinweg denkt und handelt. Das Team aus Unfallchirurgen, Geriatern, Pflegekräften und Physio- und Ergotherapeuten arbeitet rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche zusammen, um eine optimale Behandlung zu gewährleisten und den Patienten auch nach dem Krankenhausaufenthalt ein möglichst unabhängiges Leben zu ermöglichen. Neuropsychologen, Ernährungsberater, Logopäden, der Sozialdienst und die Seelsorge ergänzen das Team.

Leistungen

Neben der bestmöglichen und hochwertigsten chirurgisch-medizinischen Versorgung erwarten die Patienten auf der ATZ-Station individuell zugeschnittene therapeutische Angebote. Die Leistungen des AltersTraumaZentrums gehen weit über das Angebot einer normalen unfallchirurgischen Station hinaus:

  • Kontinuierliche Betreuung der Patienten durch Unfallchirurgen, Altersmediziner, Internisten und Neurologen
  • Einbeziehung der Angehörigen in das Therapiekonzept
  • Aktivierend-therapeutische Pflege
  • Alltagsrelevante Physio- und Ergotherapie
  • Sozialdienstliche Angebote
  • Seelsorge und ehrenamtliche Mitarbeiter


Pflegebedürftigkeit wird reduziert

Bei den Operationen soll verhindert werden, dass bei alten Menschen die OP-Strapazen zu einer Verschlechterung des ohnehin schon eingeschränkten Allgemeinzustandes führen und die Gefahr der dauerhaften Pflegebedürftigkeit droht. Wichtig ist dabei, alte Menschen so zu operieren, dass sie den verletzten Körperteil sofort wieder benutzen und belasten können. So beginnt die Planung bereits beim Operationszeitpunkt. Um lange Nüchternzeiten zu vermeiden, werden die Patienten an der ersten oder zweiten Stelle im OP-Programm eingeplant. Weiterhin wird bei der Wahl der Narkose auf das höhere Lebensalter und die bestehenden Vorerkrankungen Rücksicht genommen. So wird wenn möglich nur eine Teilnarkose durchgeführt.

Bei der Operation werden schonende OP-Techniken angewendet oder altersgerechte Prothesen eingesetzt, die an die schwächere Knochenstruktur älterer Menschen angepasst sind. Dadurch kann ohne Verzögerung mit der Frührehabilitation begonnen und lange Immobilität und der damit verbundene Muskel- und Kraftabbau vermieden werden. Eine aktivierende Pflege trägt zusätzlich dazu bei, Alltagskompetenzen zu erhalten. Für denselben Zweck kommen auch Mobilisation und Rehabilitation unmittelbar nach der Operation zum Einsatz.

Ganzheitlicher Ansatz – Agieren, nicht Reagieren!

Das AltersTraumaZentrum im EKW verfügt über eine unfallchirurgische Akutstation, in der die Therapie des Akutproblems – beispielsweise ein Knochenbruch – in ein umfassendes geriatrisches Gesundheitsmanagement integriert wird. Die Behandlungsplanung wird aus geriatrischer und chirurgischer Sicht gemeinsam festgelegt und laufend in interdisziplinären Visiten aktualisiert.

Eines der Ziele im AltersTraumaZentrum (ATZ) im Weender Krankenhaus sind Maßnahmen zur Komplikationsvorbeugung. Das ATZ soll gewährleisten, dass die operative Behandlung an die oftmals reduzierte Knochensubstanz älterer Menschen angepasst ist und der Patient mit all seinen Zusatzerkrankungen in einem Gesamtkonzept therapiert wird. Neben der Behandlung bekannter Begleiterkrankungen und einer Überprüfung der Medikamente mit ihren Neben- und Wechselwirkungen, wird nach der Sturzursache geforscht, um durch eine zielgerichtete Therapie weitere Stürze zu vermeiden.

Spezielle Visite und Teamsitzungen

Zusätzlich zu den täglichen Visiten der Unfallchirurgen und der Geriater findet mehrmals pro Woche eine gemeinsame Visite des unfallchirurgischen und geriatrischen Ärzte-Teams statt, so dass die Besonderheiten älterer Patientinnen und Patienten bei der Behandlung gut berücksichtigt werden können. Das gesamte Team des AltersTraumaZentrums trifft sich zusätzlich einmal wöchentlich, um die optimale Behandlung, Pflege und Weiterversorgung jedes einzelnen Patienten mit allen beteiligten Berufsgruppen zu beraten und abzustimmen.

 

Kontakt

 

Julia Krull, Oberärztin der Abteilung Unfallchirurgie und Orthopädie und Zentrumskoordinatorin des AltersTraumaZentrums am EKW

 

Ev. Krankenhaus Göttingen-Weende
Alterstraumazentrum
An der Lutter 24
37075 Göttingen
Tel. 0551 5034-1251
unfallchirurgie@remove-this.ekweende.de