A–

A

A+

Die Fusion

Liegt an der Wirbelsäule eine Instabilität der Wirbelköper untereinander vor, kann die mechanische Stabilisierung durch Schrauben und Stäbe sinnvoll werden.

Ursachen

Die Ursachen für Instabilitäten der Wirbelsäule können sehr unterschiedlich sein. In einigen, nicht in allen Fällen, münden diese im Wirbelgleiten (Spondylolisthesis). Dabei unterscheidet man das echte (Spondylolisthesis vera) vom erworbenen (Pseudospondylolisthesis) Wirbelgleiten. Dem echten Wirbelgleiten liegt eine nicht vollständige Ausbildung der Verknöcherungszonen der Wirbelsäule in der Embryonalentwicklung zu Grunde.

Das erworbene Wirbelgleiten kann Ergebnis vielfältigster Prozesse sein. Zum einen kann die Bandscheibendegeneration mit verbundener Abnahme der Höhe des Bandscheibenfaches Ursache sein. Des Weiteren kommen arthrotische und rheumatische Prozesse an den Wirbelgelenken (Facettengelenken) hinzu. Auch zu schlecht ausgebildete und trainierte Muskulatur spielt hier eine wichtige Rolle. Zusätzlich können durch Operationen Instabilitäten verursacht werden.

In der modernen Wirbelsäulenchirurgie hat man erkannt, dass die größtmögliche Schonung jedweden gesunden Gewebes die Grundlage zur Vorbeugung des Wirbelgleitens bildet. Doch schon ohne manifestes Wirbelgleiten können Mikroinstabilitäten zu dauerhaften Schmerzen führen.

Abkärung

Die Grundlage der Abklärung bildet das Patientengespräch und die körperliche Untersuchung. Erhärtet sich der Verdacht auf Wirbelgleiten, können Funktionsaufnahmen der Wirbelsäule, CT oder auch MRT die Diagnose sichern und die Behandungsplanung einleiten.

Therapieoptionen

Um Instabilitäten auszugleichen, liegt die einzige Möglichkeit des konservativen Vorgehens in der gezielten Kräftigung der Muskulatur des Rückens und des Stützkorsetts. Dabei ist das Training gegen Gewichte am Gerät unter professioneller Anleitung angezeigt. Die Effekte eines solchen Trainings können eine Operation für viele Jahre oder sogar vollständig verhindern. Sollte dieses Training nicht mehr ausreichen oder ist die Instabilität schon weiter fortgeschritten, ist eine Fusion des Segmentes sinnvoll.

Operation

Ziel der Operation ist einerseits die Stabilisierung des betroffenen Segmentes, sowie die eventuell notwendige Korrektur der Wirbelsäule. Andererseits das Beseitigen von einengenden Bändern oder überstehenden knöchernen Strukturen. Dies wird durch das Implantieren von Schrauben in die Wirbelkörper über die Pedikel erreicht. Die Schrauben werden dann mit Stäben fest verbunden. Danach erfolgt die etwaig notwendige Entlastung des Rückenmarkkanals (Spinalkanals) von störendem Gewebe.

Dem folgt das Ausräumen des Bandscheibenfaches. Die Bandscheibe kann entfernt werden, da sie ihrer Funktion bei Instabilitäten schon nach kurzer Zeit nicht mehr nachkommen kann. Vielmehr macht es Sinn, sie durch einen entsprechenden Platzhalter zu ersetzen.

Wird der Platzhalter von einer Seite eingebracht, spricht man vom TLIF (transforaminal lumbar interbody fusion). Werden zwei Platzhalter (sog. Cages) von links und rechts eingebracht, so spricht man vom PLIF (posterior lumbar interbody fusion). Ist der TLIF gewebeschonender, erlaubt der PLIF eine größere und genauere Reposition (Zurechtrücken) verschobener Wirbel.

Nachsorge

Nach einer Fusion ist es wichtig, dass die Implantate gut einheilen können. Damit keine Lockerungen entstehen und der Bandscheibenraum durchknöchert werden kann (was erklärtes Ziel der rigiden Fusion ist), sollte der Patient darauf achten, sie körperlich nicht zu überanstrengen. Deshalb ist weder eine physiotherapeutische Behandlung, noch eine Reha-Maßnahme sinnvoll. Vielmehr würde das den Operationeserfolg schmälern.

Spricht man von zurückhaltender Belastung, so ist damit die Gewichtsbelastung auf die Wirbelsäule gemeint. Schweres Heben und Tragen sollte vermieden werden.  Alle weiteren Bewegungsumfänge bei kleineren Arbeiten, Laufen und Gehen werden dadurch nicht eingeschränkt und man sollte ihnen weiterhin oder sogar vermehrt nachkommen!

Nach einigen Monaten kann man die Belastung wieder dem voroperativen Niveau angepassen. Unter Umständen (gerade durch Beginn von Kräftigungstherapien in diesem späteren Zeitraum) kann die Kraft über diese Marke gesteigert werden.

 

Zurück