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Dysplasie-Sprechstunde

Der Vorsorgeabstrich des Muttermundes, in der gynäkologischen Praxis jährlich ab dem 20. Lebensjahr durchgeführt, hat sich die letzten Jahrzehnte (Einführung 1971) als hoch wirksames Instrument erwiesen, Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufen sehr frühzeitig zu erkennen und durch entsprechende Behandlungen der Entwicklung von der Vorstufe zum Krebs vorzubeugen. Die Sterblichkeitsrate an Gebärmutterhalskrebs ist weltweit seitdem drastisch gesunken.

Immer wieder ergeben sich aus den Abstrichen Befunde, denen man diagnostisch und therapeutisch nachgehen sollte. Dieses geschieht im Rahmen unserer Dysplasie-Sprechstunde. In diesem Zusammenhang spielen humane Papillomviren (sogenannte HPV-Viren) eine große Rolle. Diese können z. B. als Niedrigrisikotypen (HPV 6 und 11) die häufigen Genitalwarzen (Condylome) hervorrufen. Sie können in unserer Sprechstunde erkannt und behandelt werden, u.a. mit der Lasertherapie. HPV-Viren können darüber hinaus aber auch als Hochrisikotypen (z. B. HPV 16 und 18) bei weiterhin bestehender Infektion über Vorstufen nach langer Laufzeit (im Durchschnitt sieben Jahre) zu Gebärmutterhalskrebs führen. Auch diese Vorstufen sind in unserer Dysplasie-Sprechstunde gut erkenn- und behandelbar, zumeist in Form ambulanter Eingriffe.

HPV-Infektionen stellen die häufigste sexuell übertragbare Erkrankung dar und betreffen in ihrer harmlosen Form 80 Prozent aller Frauen. Sie heilen in den meisten Fällen innerhalb von 8 bis 14 Monaten problemlos aus. Aufgabe unserer Sprechstunde ist es, die Fälle zu identifizieren und zu therapieren, die ein gesundheitliches Problem darstellen. Zu unserer Dysplasie-Sprechstunde gehört auch eine entsprechende Sexualberatung, die den betroffenen Frauen Ängste nehmen kann.