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Was ist das Lungengerüst?

Die Lunge beinhaltet drei räumliche Anteile (Kompartimente): Gewebe, Luft und Blut. Das Lungengewebe bildet das Organgerüst und sorgt dafür, dass Luft und Blut zwar stets getrennt sind, aber dennoch in so engen Kontakt miteinander treten, dass Sauerstoff und Kohlendioxyd durch Gewebsübertritt (Diffusion) effizient ausgetauscht werden können. Die Anforderungen an das System als Ganzes und besonders an die Gasaustauschregionen mit der sog. "Luft-Blut-Schranke" sind enorm: An den schmalsten Stellen ist die Gewebebarriere 50-mal dünner als ein Luftpostbriefpapier (~0,2 μm), und trotzdem kommt es beim Atmen (und selbst meist beim Husten) nicht zu einem Austritt von Blut in das Luftkompartiment (Alveolarraum).

Die Inhalte der Luft- und Blutkompartimente fließen ständig und erneuern sich, das Luftvolumen durch die von der Atemmuskulatur erzeugten Volumenänderungen des Thoraxraums (Brustkorbs) und das Blut im pulmonalen (und bronchialen) Kreislauf durch die Pumpaktion des Herzens.

Die innere Spannung als Formgeber der Organgestalt, die bis in die kleinsten funktionell-anatomischen Einheiten (Acini), diese Wirkung erst ermöglicht, wird durch das Lungengerüst (Lungeninterstitium bzw "Zwischenraum") mit seinen verschiedenen Anteilen und die Auskleidung der Lungenbläschen (Alveolen) mit einer grenzflächenaktiven Substanz (Surfanctant) bestimmt. Das Lungeninterstitium besteht im Wesentlichen aus einer extrazellulären Matrix, also Bindegewebsanteilen außerhalb der Zellstrukturen (z.B. Typ-I und Typ-III Kollagen, Elastin, Proteoglykanen und nicht-kollagenen Glykoproteinen wie z. B dem Fibronektin), das bis in die Lungenperipherie durch spärlich verteilte Fibroblasten in Quantität, Aufbau und Zusammensetzung "gepflegt" und im Gelichgewicht gehalten wird.

Störungen des Gleichgewichts der oben genannten Anteile des Lungeninterstitiums bzw. seiner zellulären Bestandteile können zu Vernarbungen (Fibrosierung) der benachbarten Organanteile führen mit der Entstehung einer Lungenfibrose, oder aber zu Ablagerungen pathologischer Zellen oder Zellbestandteile, die ein breites Spektrum akuter oder chronischer sog. "interstitieller Lungenerkrankungen" hervorrufen können.

 

 

CT einer normalen Lunge mit axialem Dünnschichtbild (Querschnitt) und Darstellung des Lungengewebes, der Gefäße und Bronchien, sowie der Leitstrukturen im sog. Mediastinum (große Gefäße und Hauptbronchien).

CT einer normalen Lunge mit coronarem Dickschichtbild (Frontalschnitt) und Darstellung des Lungengewebes und der wenig dichten Strukturen (Lufträume im Lungengewebe und Bronchien) als interaktive Minimum-Intensitäts-Projektion (minIP).

CT einer normalen Lunge mit coronarem Dickschichtbild (Frontalschnitt) und Darstellung des Lungengewebes und der dichten Strukturen (Gefäße, ggf. interstitelle Befunde oder Rundherde) als interaktive Maximum-Intensitäts-Projektion (MIP).

CT-Angiographie normaler Lungenarterien und Lungenvenen mit frontaler Darstellung als interaktiv veränderbares 3D-Oberflächenmodell. Die Gefäßäste sind bis in sehr feine Verästelungen erkennbar und beurteilbar.