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Schulterluxation (Ausrenkung), Instabilität

Das Ausrenken der Schulter (Luxation) tritt häufig bei jungen Menschen im Rahmen eines Unfalls auf. Gelegentlich springen Schultern aber auch ohne Unfall heraus. Meist ist die Luxationsrichtung nach vorne unten. Die Therapie wird individuell festgelegt und richtet sich nach Art der Luxation (habituell, traumatisch), Alter des Verletzten und nach den Begleitverletzungen (bei jüngeren Patienten überwiegt ein Labrum/Kapselriß, bei älteren Patienten überwiegen die Sehnenverletzungen). Insbesondere junge Betroffene sind gefährdet, dass die Schulter bei Bagatellbewegungen wieder auskugelt. Hier sollte eine operative Stabilisation der Schulter erfolgen.

Therapie:
Konservativ: Hier steht die Physiotherapeutische Behandlung an erster Stelle. Durch gezieltes Training der Schulter- und Rückenmuskulatur und ggf. Behandlung verkürzter Muskulatur wird das Schultergelenk stabilisiert. Häufig ist langfristig die Durchführung von eigenständigen Übungen notwendig.  

Operativ: Zunächst wird eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) durchgeführt, um das Ausmaß des Schadens festzustellen. Die abgerissene Gelenklippe (Labrum) können wir meist arthroskopisch (Schlüssellochtechnik) wieder an der Gelenkpfanne, mit selbst auflösenden Fadenankern, befestigen. Seltener muss ein zusätzlicher Schaden des Kapsel-Band-Apparates durch eine offene Operation über einen ca. 5 cm langen Hautschnitt rekonstruiert werden.

Nachbehandlung:
Direkt nach der Operation wird ein Verband angelegt, mit dem das operierte Schultergelenk für 5 Wochen ruhiggestellt wird, im Anschluss ist eine Reha-Maßnahme empfohlen. Über den Schmerzkatheter können in den ersten Tagen nach der Operation Wundschmerzen minimiert werden. Schon während des stationären Aufenthaltes wird mit Krankengymnastik begonnen. Der Krankenhausaufenthalt dauert ungefähr 1-2 Tage.